Freitag, 27. Juni 2008
Frankreich...
...ist das deutsche Nachbarland, das ich am liebsten mag. Die Frauen sind hübsch und hören auf Namen wie Jules, Vivien, Nicola, Emmanuele und Danielle, die Männer sind ebenfalls allesamt Prachtburschen und haben Namen wie Jules, Vivien, Nicolas, Emmanuel und Daniel und manchmal muss man schon sehr genau hinschauen, um herauszufinden zu welchem Geschlecht der Gesprächspartner gehört oder gehören möchte.
Die Franzosen sind ein offenes Volk, das jeden Autofahrer aus dem Ausland mit offenen Armen und geschlossenen Schranken empfängt. Sie mögen einfach alles an uns, unsere EC-Karten, unsere Kreditkarten und unser Bargeld. Und weil sie uns so mögen verlangen sie von uns nur eine klitzekleine Spende, die dafür verwendet wird, dass wir uns auf ihren Autobahnen noch wohler fühlen. Die Franzosen möchten, dass die ausländischen Gäste lange ihre Gastfreundschaft auf den Autobahnen genießen, deshalb darf man auch nur sehr langsam fahren, damit wir möglichst viel von der atemberaubenden Landschaft, die größtenteils aus Nichts besteht und ab und zu von Nichts unterbrochen wird, bewundern können. Und wenn es doch einmal vorkommt, dass es ein Autofahrer besonders eilig hat, dann bekommt er zum Andenken ein tolles Foto hinterher geschickt, das ihn zusammen mit seinem Auto und einem Ausschnitt des idyllischen Nichts zeigt. Klar, das Bildchen ist nicht besonders billig, aber bei so viel Aufmerksamkeit will man doch nicht knauserig sein.
Die Franzosen sind sehr nationalistisch eingestellte Menschen und lieben ihren Präsidenten über alles. Es gibt zwei Grundvoraussetzungen, von denen ein französisches Staatsoberhaupt mindestens eine erfüllen muss. Er muss entweder besonders alt oder besonders klein sein. Erfahrene Frauen genießen in Frankreich ein sehr hohes Ansehen, deswegen hat der aktuelle Staatspräsident auch ein ehemaliges Por..., äh möchtegern Pop... äh ehemaliges Fotomodell mit seeeeehr viel internationaler Erfahrung geheiratet. Es ist doch toll, wenn die Präsidentengattin fast bekannter ist als der Ehemann und schon in den meisten Zeitungen dieser Welt zu sehen war – und zwar nackt.
Die Franzosen sind sehr stolz auf ihre Landessprache, Französisch ist sehr lyrisch und klangvoll und lässt sich in etwa mit dem vergleichen was ein polnischer Minnesänger, der sich mit 2,8 Promille einen Nagel durch die Zunge gehauen hat, von sich gibt. In Frankreich wird nur französisch gesprochen und auch nur französisch akzeptiert. Wer glaubt sich in der Weltsprache Englisch etwas zu Essen bestellen zu können, der wird elend verhungern. Apropos Essen, Essen und Frankreich sind untrennbar miteinander verbunden. Die französische Küche kocht nur auf allerhöchstem Niveau und ein Gericht ist nur dann eines Franzosen würdig, wenn man für die Aussprache des Namens länger braucht als für die Zubereitung. In Frankreich wird das Essen zelebriert, ein Abendessen ist erst dann perfekt, wenn man die richtige Zusammenstellung von Vorspeise, Zwischengang, Hauptgang 1, Zwischengang, Hauptgang 2, Zwischengang, Hauptgang 3, Zwischengang, Dessert, Käseplatte, Wein, Champagner, Cognac und Kreditkartenlimit gefunden hat. Ein gutes französisches Abendessen kostet so viel wie ein Ferienhaus in den Pyrenäen und entspricht dem Volumen eines halben Müsliriegels. Besonders beliebt ist in Frankreich das Weißbrot, auch Baguette genannt. Baguette ist ein mit Treibmitteln aufgeblasener Weizenmehlklumpen, ohne nennenswerten Nährwert und ist auch gleichzeitig das einzige Nahrungsmittel, das sich ein Franzose mit durchschnittlichem Einkommen leisten kann.
Franzosen fahren französische Autos, zumindest glauben sie, dass es sich bei ihren Fahrzeugen um Autos handelt. Besonders beliebt sind französische Fun-Cars, wobei es den meisten Spaß macht nach einer kurzen Spritztour durch die Bretagne die abgefallenen Teile im Innenraum einzusammeln. Wer will schon ein Auto fahren, in dem sich ständig Marienkäfer die Seele aus dem Leib poppen?
Einen besonders guten Ruf haben auch die französischen Frauen, wobei ich den für völlig überbewertet halte. So toll können die Mädels nicht sein, sonst hätte das Staatsoberhaupt wohl kaum eine Italienerin geheiratet.
Kochen können sie auch nicht, denn die ganzen französischen Meisterköche sind allesamt männlichen Geschlechts und mit dem Sex scheint es auch nicht so weit her sein, sonst hätten sie es in der Werbung wohl kaum den Marienkäfern überlassen.
Kein gutes Verhältnis hat der Franzose zum Sport. Fußball ist nichts für Franzosen, wer sich ausschließlich von Weißbrot ernährt, der hat einfach nicht genug Power, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Aus diesem Grund müssen sie sich auf Randgruppensportarten wie Rugby, Gehen und Tennis konzentrieren, um wenigstens etwas sportliche Anerkennung zu bekommen. Besonders Geh-Wettbewerbe sind in Frankreich sehr beliebt, stoßen aber im europäischem Ausland eher auf Unverständnis. Wer schon einmal einen Geh-Wettbewerb beobachtet hat, der erkennt eigentlich keinen nennenswerten Unterschied zu dem normalen Treiben in einer deutschen Fußgängerzone während des Sommerschlussverkaufs. Selbst das Flaggschiff des französischen Sports, die "Tour de France"gerät durch ihre Dopingskandale immer mehr in internationale Kritik. Letztes Jahr hatte ein gedopter Radfahrer in einem kleinen Kaff an die Dorflinde gepinkelt, so dass diese sich innerhalb von 2 Wochen in einen stattlichen Mammutbaum verwandelte. Das Regelwerk dieser Veranstaltung ist inzwischen so kompliziert, dass selbst Stunden nach dem Ende einer Etappe noch keiner so recht weiß wer eigentlich gewonnen hat. Es gibt ein gelbes Trikot für Anführer der Gesamtwertung, ein grünes für den besten Sprinter, ein Bergtrikot, eine rote Nummer für den kämpferischsten Fahrer und ein rosa Höschen für den Fahrer mit dem geilsten Knackarsch. Am Ende einer Etappe müssen dann alle Fahrer in einen Eimer pinkeln - der mit dem kleinsten Zipfelchen wird anschließend als Dopingsünder entlarvt und aus dem Wettbewerb geworfen. Wer ganz am Schluss noch übrig bleibt, der gewinnt die Tour, bekommt einen Werbevertrag mit einem Pharmaunternehmen und darf ein weiteres Jahr darauf hoffen nicht beim Blutdoping in Spanien erwischt zu werden.
Richtig gut sind die Franzosen beim Niederlegen der Arbeit. Sobald irgendwer das Wort "Revolution"brüllt ist der Franzose grundsätzlich dafür, schnappt sich eine Trillerpfeife und stellt das Arbeiten ein. Wer schon einmal in einer französischen Firma war, der weiß, dass Streik und Nicht-Streik nicht sehr weit auseinander liegen. Ein Teil der Belegschaft steht herum und diskutiert über den Geh-Wettbewerb vom Vortag, ein weiterer Teil steht ebenfalls herum und denkt sich einen neuen Grund für einen Streik aus und der kleine Teil, der Arbeitet, der besteht aus den ausländischen Gastarbeitern, die noch nicht in die französische Gesellschaft integriert sind.
Insgesamt betrachtet mag ich die Franzosen sehr, bei jedem Besuch in Frankreich werde ich höflich und zuvorkommend behandelt und bekomme in den blumigsten Formulierungen gesagt, dass ich sie mit meinem deutschen Spießertum gefälligst am Arsch lecken kann.
Geschrieben von Jester
in Dies und Das, Gedanken Über...
um
10:03
| Noch keine Kommentare
| Keine Trackbacks
Artikel mit ähnlichen Themen:






Kommentare