...oder auch nicht. Gestern kam mein neues Spielzeug, ein fernsteuerbarer Modellhubschrauber, bei mir an. Ich war vor einigen Jahren begeisterter Modellbauer, aber hatte mein Hobby aufgrund von Zeitmangel und Platzplatzproblemen ein wenig schleifen lassen. Jetzt habe ich Zeit, denn für die Dachgeschossrenovierung ist es mir inzwischen zu kalt und zu dunkel und das Platzproblem hat sich durch den Umzug auch gelöst. Wir wohnen in einem kleinen Dorf und nach maximal 500 Metern steht man mitten im Niemandsland, in dem es außer Wiesen und Feldern nichts gibt. Ideal, um mal wieder einen Warbird aus dem 2. Weltkrieg durch die Lüfte donnern zu lassen. Schon seit meiner Kindheit interessiere ich mich die Flugzeuge, die im Zeitraum von 1910-1950 gebaut und (größtenteils auch) geflogen wurden. Lässt man die Tatsache außen vor, dass diese Maschinen eigentlich nur fliegende Waffen sind, dann kann man dahinter eine faszinierende Technik finden, die von den Ingenieuren und Piloten wahre Meisterleistungen abverlangt hat. Die japanischen Maschinen sind eher langweilig und können mich nicht so recht begeistern, aber Flugzeuge der Alliierten und der Deutschen sind wirklich sehenswert. Zu meinen Favoriten zählen die P-38 Lightning, die P-40 Warhawk, die P-51 Mustang, die Messerschmidt BF109 (ab Baureihe "Eâ") und das absolute Wahnsinnsteil – die Chance Vought F4U Corsair. Vor 4 Jahren habe ich mir selbst eine P-40 (Kittyhawk mit Haifischnase) gebaut und technisch so modifiziert, dass sie ordentlich Dampf unter der Haube hat. Das ist leider auch das Problem, die Maschine ist so unglaublich schnell, dass ich sie mit meiner fehlenden Übung nicht beherrschen kann und sie unweigerlich nach 3 Minuten im Acker versenken würde. Bisher hat sie nur einen kurzen Probeflug hinter sich, der glücklicherweise schadfrei über die Bühne gegangen ist. Ich baue und fliege nur so genannte "Parkflyer"mit Elektromotor, die den Vorteil haben, dass sie aufgrund ihres geringen Gewichts (500g-2000g) fast überall geflogen werden dürfen. Für bis zu 5000g benötigt man in Deutschland keinen eigens dafür freigegeben Modellflugplatz, eine Wiese mit reichlich Abstand zum nächsten Wohngebiet reicht völlig aus.
Als mir bei amazon.de der Modellhubschrauber ins Auge gesprungen ist, da hat mich sofort wieder die Lust gepackt und ich habe mir das Ding bestellt. Für 25 Euro habe ich nicht allzu viel erwartet, aber ich muss gestehen, dass es einen höllischen Spaß macht den Hubschrauber durch das Haus zu steuern, zumal das Ding nahezu unkaputtbar ist. Inzwischen habe ich wieder ein gewisses "Feeling"für die Steuerung und traue mir den nächsten Schritt zu. Ich werde mir eine P-51 Mustang zusammenbauen; allerdings werde ich diesmal keinen Außenläufermotor verwenden und auch den Ruderausschlag auf einen moderaten Wert begrenzen. Damit sollte die Kiste auch für jemanden, der nicht mit der Fernsteuerung ins Bett geht, zu fliegen sein. Ich werde dann über den Winter üben (sofern das Wetter mitspielt), um im nächsten Sommer endlich die P-47 fliegen zu können. Wenn mir dies gelingt, traue ich mich vielleicht an die P-38 mit 2 Außenläufern und diversen anderen Schnickschnack. Irgendwann, wenn ich viel Übung und noch mehr Mut habe, dann wage ich mich vielleicht einmal an eine Corsair, die gleichermaßen schwer zu bauen und zu fliegen ist.

Minihubschrauber, Bild: www.buch.de
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