Mittwoch, 30. Januar 2008
Dschungelcamp...
...nennen wir scherzhaft unsere jährliche Bereichsentwicklung. Dieses Jahr ging es in ein 4-Sterne Hotel in die Nähe von Sinsheim. Nach einer Fahrt von ca. 90 Minuten, die uns durch Heidelberg und Umgebung führte, sind wird dann irgendwo im Niemandsland angekommen. Das Hotel lag in einem kleinen Kaff, das außer einem Tante-Emma Laden nichts mehr zu bieten hatte. Die Zimmer waren komfortabel und ich hatte einen gigantischen Ausblick über das gesamte Neckartal. Bei einem Preis von 195€/Nacht kann man das aber auch erwarten. Die Speisekarte war eine einzige Katastrophe, ein Gericht klang leckerer als das andere. Die Exklusivität wurde noch durch den exorbitanten Preis bestätigt. Egal, schließlich übernimmt die Firma die Zeche. Beim Essen kam dann die erste Ernüchterung- teuer ist nicht gleich lecker und der Name des Gerichts war besser als der Geschmack. Es gibt Imbissbuden, bei denen es mir besser geschmeckt hat. Das war aber auch der einzige Negativpunkt, den das Hotel von mir bekommt, der Rest war wirklich prima. Nach dem Mittagsessen ging es in die erste BlaBla-Runde, die ziemlich harmlos ausfiel. Unser neuer Chef wollte uns natürlich kennenlernen, so dass die Vorstellung von 35 Leuten den kompletten Nachmittag in Anspruch nahm. Mein Name ist Jester, ich bin 12 Jahre alt, meine Hobby sind Schwimmen, Radfahren und Bilder malen. Ich mag Pferde, Delfine und Sonnenblumen, wenn ich groß bin, dann möchte ich Arzt werden und den Menschen in armen Länder helfen. Boah, ich habe fast gekotzt, wenn 35 Leute selben Mist erzählen, dann schaltet man spätestens nach dem 10. Vortrag ab. Zum Abschluß ging es dann zu einer kurzen Wanderung (10 Minuten) in eine nahe Waldhütte, in der uns dann ein Abendessen (Wurst und Käseplatten, qualitativ auch nur Durchschnitt) serviert wurde. Nach 10 Minuten ging war kein Brot mehr verfügbar und aus dem Zapfhahn kam nur Schaum. Bis der Brotnachschub vom Hotel geliefert wurde hatte jeder 100ml Bier und 400ml Schaum vor sich stehen. Nach weiteren 30 Minuten hatte sich dann die Zapfanlage beruhigt und der Gerstensaft floss in Strömen. Kurz von 21 Uhr war die Quelle dann versiegt und wir "wanderten" zurück zum Hotel, um den Abend an der Bar ausklingen zu lassen. Naja, von den 35 Kollegen waren gegen 23 Uhr nur noch 6 anwesend, der Rest hatte sich bereits auf die Zimmer verzogen. Weicheier! Die gleichen 6 Leute standen um 1 Uhr immer noch an der Theke und nur die Tatsache, dass die Bar Feierabend machte rettete uns vor dem Totalabsturz. Ich habe keine Ahnung wieviel Bier ich in mich hineingeschüttet hatte, aber ich sollte jedes einzelne am nächsten Tag bereuen. Meine Fresse, was hatte ich für Kopfschmerzen. Nach dem Frühstück ging es mit BlaBla und Metaplangeschreibsel weiter, allerdings gab es da 6 Zombies, die sich nicht so richtig auf die Aufgaben konzentrieren konnten. Ich war einer davon und nur der massive Einsatz von Aspirin bewahrte mich vor der Kopfexplosion. Gegen 16 Uhr und nach einem weiteren enttäuschenden Mittagessen kam dann der Bus, der uns zurück nach Mannheim fuhr, wo wir dann auch gegen 17:30 Uhr ankamen. 30 Minuten später war ich zu Hause und weitere 30 Minuten später lag ich in meinem Bett - 3 Stunden Schlaf waren einfach zu wenig. Mein Eindruck von der Bereichsentwicklung ist dennoch äußerst positiv. Nachdem mein alter Chef einfach nur ein unfähiges Arschloch war, erweckt der Neue den Eindruck als wüßte er wovon er redet. Es scheint wirklich wieder besser zu werden, wahrscheinlich bekommen wir jetzt die Unterstützung und die Rückendeckung, die wir uns in den letzten Jahren vorenthalten wurde.
Geschrieben von Jester
in Beruf
um
16:02
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