...ist für viele Leute das Fest des Jahres. Unsere Bundeskanzlerin sagt in ihrer letzten Videobotschaft folgendes: "Spannen Sie aus, schöpfen Sie Kraft und haben Sie ein gesegnetes Fest", "Weihnachten ist ein Fest der Besinnung, der Fröhlichkeit im Kreis der Familie und des Treffens mit Freunden".
So sehr wie ich unsere Kanzlerin schätze, so sehr muss ich ihr hier widersprechen. Weihnachten ist einfach nur lästig, teuer und extrem stressig. Was macht man denn an Weihnachten? Man hetzt durch die Familie, überfrisst sich bei jeder Gelegenheit und gibt Geld für teure Geschenke aus, die den Geschmack des Beschenkten meistens nur tangieren. Ich selbst gehöre zu den Personen, die sich durch das späte Besorgen von Weihnachtsgeschenken noch mit zusätzlichem Stress boosten und am letzten oder vorletzten Einkaufstag mehr oder weniger planlos auf Geschenkebeutezug gehen. Von Entspannung oder "Kraft schöpfen" kann bei mir keine Rede sein. Als Angehöriger der "DINK"-Gruppe muss ich meinen Urlaub darauf verwenden die Dinge zu erledigen, für die ich berufsbedingt keine Zeit habe. Ich muss Zimmer tapezieren, Fußböden erneuern und diverse andere kosmetische Eingriffe am Haus vornehmen. Die Hunde müssen mindestens 3x täglich ihren Spaziergang bekommen und die Hausarbeit kann an auch nicht einfach liegen lassen. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie Familien mit Kindern diesen Weihnachtsstress in den Griff bekommen. Wir haben das große Glück (oder auch Pech), dass viele unserer Verwandten sehr weit entfernt wohnen und somit die Weihnachtsbesuche eher moderat ausfallen. Trotzdem wäre mir ein gemütlicher Tag auf der Couch bei Kaffee und DVD viel lieber als eine Tortenschlacht bei der Verwandtschaft. Es langweilt mich einfach jedes Jahr die gleichen Geschichten zu hören oder Dinge über Leute zu erfahren, die mir Scheissegal sind. Leider kann ich es nicht verhindern, es scheint wohl untrennbar mit Weihnachten verbunden zu sein.
Ich sehne mir den 27. Dezember herbei, wenn alles wieder seinen halbwegs normalen Gang geht und das scheinheilige Getue aus meinem Umfeld verschwindet. Ich empfinde die Weihnachtswünsche als Heuchelei, denn ich werde keine "Schöne Weihnachten" haben, ich habe nur 3 Tage Vollgas mit Essen, Geschenken und aufgesetzter Fröhlichkeit.
Sonntag, 21. Dezember 2008
Weihnachten...
Geschrieben von Jester
in Kommentar
um
11:07
| Noch keine Kommentare
| Keine Trackbacks
Tags für diesen Artikel: essen, feiern, Gedanken über..., hund, kommentar, schlechter tag, trinken, urlaub
Montag, 8. Dezember 2008
Auf Deutschland stolz zu sein...
...ist immer noch eine gefährliche Sache. Kaum glimmt ein kleiner Funken Nationalstolz auf, da kommt schon ein Politiker, Prominenter oder Vertreter irgendeines Jodelvereins und versucht diese Eigenschaft ins negative zu drehen. Einer der Obermiesmacher ist Hans-Christian Ströbele, seines Zeichens stellvertretender Vorsitzender der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Zugegeben, ich konnte mich mit dieser Partei noch nie anfreunden, für mich ist sie ein Haufen von selbstdarstellerischen Individualisten, die mit ihren ökologischen Scheuklappen halbblind durch die politische Landschaft stapfen und jeden wirtschaftlichen Fortschritt mit effekthascherischen Katastrophenszenarien torpedieren.
Allerdings brachte ich auch immer ein klein wenig Verständnis für die Politik der Grünen auf, schließlich müssen sie ihrem Credo treu bleiben und tragen ihren Wählern gegenüber eine gewisse Verantwortung.
Bisher konnte ich die meisten Aussagen einer Frau Künast oder eines Herrn Trittin nur mitleidig belächeln, aber Herr Ströbele schafft es immer wieder mich in Rage zu bringen.
An dem verstärktem Auftreten von Deutschlandfähnchen an Fenstern und Autos, wollte er gefährliche nationalistische Tendenzen erkennen. Nachdem er in Deutschland schon einen muslimischen Feiertag einführen wollte, eine türkische Übersetzung für die deutsche Nationalhymne forderte und erlauben wollte, dass Polizisten Kopftuch und Turban tragen dürfen, ist dies nun die unglaublichste Aussage, die ich je von einem deutschen Politiker gehört habe. Schaut man sich seine Vita an, dann kann man gar nicht glauben, dass solch einem Menschen in Deutschland das politische Vertrauen ausgesprochen wird.
Beruflich bedingt habe ich sehr viel mit ausländischen Mitbürgern zu tun und habe sehr oft Gelegenheit mich mit Türken über die aktuelle Politik in Deutschland zu unterhalten. Die Kollegen können es überhaupt nicht fassen, wie wir uns eine solche Beschneidung der Nationalität gefallen lassen. Ein türkischer Mitarbeiter hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Ich zitiere: "Wenn die Türkei bei einem Fußballspiel gewinnt, dann behänge ich mein Auto mit türkischen Fahnen und fahre hupend durch die Innenstadt. Das mache ich nicht, weil wir die Weltherrschaft erlangen wollen, sondern weil ich stolz auf die Leistung meiner Landsleute bin, die im Sport einen Sieg errungen haben. Ich bin Türke und stolz darauf.â"
Besser kann man es nicht sagen.
Ich war gerade in der Türkei, dort hängt in vielen Fenstern und an vielen Balkonen die türkische Fahne. Die Leute sind stolz auf ihr Land, ihre Leistung und ihre Nationalität und niemand würde auf den Gedanken kommen, dass hinter diesem Stolz eine gefährliche Tendenz steckt.
In Deutschland musst du aufpassen, dass du den schmalen Grat zwischen Begeisterung und Nationalismus nicht überschreitest. Singst du die Nationalhymne zu leise, dann wirst du als Ignorant betitelt, singst du sie zu laut, dann wird sofort irgendwer besorgt die Augenbraue nach oben ziehen.
Klar, wir sind geschichtlich vorbelastet, aber ich gehöre einer Generation an, die sich ausschließlich durch wissenschaftliche, wirtschaftliche und sportliche Erfolge auszeichnet. Ich verdamme jede radikale Ausprägung und bin ein starker Verfechter von Integration und Migration, aber ich bin nicht gewillt meine Identität dafür zu opfern.
Ich hatte mir in diesem Blog die Regel auferlegt mich nicht politisch zu äußern, aber bei den Aussagen von Herrn Ströbele kommt mir die Kotze hoch, so dass ich einmalig diese Regel brechen werde.
(Seite 1 von 1, insgesamt 2 Einträge)






Kommentare