......ist eine Show, in der Nachwuchskomödianten vor einem größeren Publikum auftreten. Pro Show treten i.d.R. 4 verschiedene Künstler/Gruppen auf, die von einem Moderator vorher angekündigt werden. Das Ganze hat starke Ähnlichkeit mit dem Quatsch Comedy Club, allerdings mit dem Unterschied, dass der Moderator wirklich lustig ist und sich nicht in Peinlichkeiten verliert.
Gestern stand wieder solch eine Veranstaltung im Darmstädter Jagdhofkeller auf dem Programm und wir waren wieder dabei. Vorher waren wir noch in einer Pizzeria und durften ein Musterbeispiel für deutschen Servicemangel erleben. Eigentlich hätte mich schon die Geschäftsmasche ein wenig stutzig machen sollen, wer zwei Essen bestellt, der bekommt das billigere Gericht umsonst. OK, der Warenwert einer Pizza beträgt wahrscheinlich weniger als einen Euro, aber es standen auch teurere und aufwändigere Gerichte auf der Karte. Der Stil der Einrichtung lag irgendwo zwischen Mensa, IKEA-Kantine und 1€ Ramschläden. Relativ schnell kam die Bedienung (wahrscheinlich ein Student, der sich ein paar Kröten dazu verdient) und brachte und die Speisekarten. Mit seinem Erscheinen verschwand aus dem Raum der Sauerstoff – der Begriff „Deodorant“ war im aktiven Wortschatz des jungen Mannes nicht vorhanden. 10 Minuten und mehrere Würgeanfälle später kam der Kellner wieder angetrottet und nahm die Bestellungen auf. Nix kompliziertes, ein paar Pizzen, 2 Salate und ein Schnitzel. Leider fehlten 2 Eintrittskarten für Nightwash, so dass eine aus unserer Gruppe noch einmal nach Hause musste, um die fehlenden Tickets zu holen.
Kein Problem, den Salat kann man auch mitnehmen. Irgendwann kamen dann auch die Getränke und danach lange, lange nichts mehr. Nach 45 Minuten wurden wir dann etwas unruhig, weil unser Essen immer noch nicht serviert wurde – komisch, denn außer uns gab es nur noch einen einzigen Gast in diesem Laden.. Nach ca. 50 Minuten kam endlich das Essen und für die lange Wartezeit hatte ich eigentlich eine kulinarische Offenbarung erwartet. Diese blieb natürlich aus, meine Pizza war knapp über dem Niveau einer Tiefkühlpizza aus dem Supermarkt und konnte mich nicht wirklich begeistern. Die Zeit bis zum Beginn der Veranstaltung wurde immer knapper, so dass wir auch gleich die Rechnung anforderten. Der Satz „Ich bringe die Rechnung gleich“ hatte für den Kellner eine andere Bedeutung als für uns Gäste. Scheinbar bedarf es einiger Arbeit einen Kassenbeleg für 8 Essen auszudrucken, denn es passierte sehr lange Zeit überhaupt nichts. Inzwischen kamen noch 2 weitere Gäste, die sich an den Tisch neben uns setzten. Irgendwann, wir wollten schon gehen, kam dann der stinkende Kellner und hatte natürlich nur eine Gesamtrechnung dabei. Sein Pech, so durfte er die Einzelpositionen eben im Kopf ausrechnen. Mitten im Bezahlvorgang dreht er sich auf einmal zur Seite und wollte die Bestellung am Nebentisch aufnehmen. Mein Gesichtsausdruck und die dicke Zornesader auf meiner Stirn haben ihn schließlich doch erkennen lassen, dass es besser für ihn ist weiter bei uns zu bleiben. Besser für ihn – nicht für uns. Durch die Wandlung einer Bestellung in eine ToGo-Version wurde bei einer Doppelposition das „2x bestellen, 1x bezahlen“ Angebot deaktiviert, so dass wir hier den normalen Preis zahlen mussten. Bei einer weiteren Position hat er sich noch ordentlich verrechnet und schließlich ging ihm auch noch das Kleingeld aus, so dass er erst zurück zur Kasse musste, um auf den Rechnungsbetrag herausgeben zu können. Der Typ war von Trinkgeld weiter entfernt als die Erde von der Sonne. Wer in Darmstadt eine gute Pizzeria sucht, der sollte das „Pappa Rosso“ meiden, der Service ist einfach nur unterirdisch, das Essen bestenfalls Durchschnitt und jede Dönerbude hat mehr Ambiente als dieser Laden. Mich (und alle anderen Teilnehmer) sehen die nie wieder.
Weiter ging es zum Jagdhofkeller, der glücklicherweise nur 3 Minuten entfernt war. Wie immer war der Laden bis unter die Decke voll, aber dank unserer Vorhut bekamen wir noch einen sehr guten Platz. Der Moderator Markus Barth war überraschend gut, seine Präsentationen waren sehr spaßig und machten Lust auf den weiteren Comedians. Los ging es mit Christian Schiffer, der 2 Minuten benötigte, um richtig in Fahrt zu kommen, danach hat er aber das Haus gerockt. Für mich hatte er die besten Auftritte des Abends. Weiter ging es mit Meltem Kaptan, ein türkisches Vollweib, aber leider ohne komödiantisches Talent. Warum sind eigentlich immer die weiblichen Comedians die Tiefpunkte der Veranstaltung? Danach ging es mit der Gruppe „Die Pommesgabeln“ weiter, die mit ihrer Musikcomedy den Keller aufmischten. Politisch absolut inkorrekt, boten sie das 2. Highlight des Abends. Der letzte Auftritt war von Sebastian23, einem 24jährigen Komiker, der mehr peinlich als komisch war. Ständig musste er über seine eigenen Witze lachen, was ein wenig verwunderlich war, denn außer ihm fand niemand seine Sprüche komisch. Vielleicht wäre für ihn eine Karriere hinter der Wursttheke erfolgversprechender.
Trotz einer komödiantischen Ausfallrate von 50% war die Veranstaltung gelungen und es war bestimmt nicht unser letzter Besuch bei Nightwash.






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