...steht seit dem letzten Samstag fest. Ja, ich weiß, dass man diese Sendung nicht ernst nehmen darf, ich weiß auch, dass in den Mottoshows ganz bestimmt kein Superstar geboren wird und ich weiß auch, dass eine interessante Story immer noch vor Gesangstalent kommt. Und wenn man sich genau mit diesem Wissen und einem verstärkten Geduldsfaden vor die Glotze setzt, dann erhält man mit DSDS durchaus eine unterhaltsame Abendshow.
Die Jury:
Die Jury setzt sich aus den selben Protagonisten wie im letzten Jahr zusammen. Halbgott Bohlen darf alles sagen, alles bestimmen und alles verbieten. Daran hat man sich gewöhnt und es stört auch nicht weiter. Auffallend ist jedoch, dass von seiner Schlagfertigkeit und seiner Eloquenz, die er in den Castings vorgauckelt, in den Liveshows nicht mehr viel übrig ist. Ohne seine Scriptschreiber, die ihm im Vorfeld seine Sprüche vorbereiten ist er nur noch halb so amüsant. Mal ehrlich über seine ständigen Fäkalvergleiche kann eh keiner mehr lachen. Blond, hübsch und meinungslos sitzt Nina Eichinger auf dem mittleren Stuhl und zeigt dabei so viel Rückgrad wie ein Gummiskelett. Ihr einziger Daseinszweck ist es von den häßlichen Jackets von Dieter Bohlen abzulenken. Volker Neumüller ist der ewig gebremste, ich bin fest davon überzeugt, dass er mehr auf dem Kasten hat, dies aber nicht zeigen darf, weil er sonst Dieter Bohlen die Show stiehlt. Schade eigentlich, in ihm sehe ich das größte Unterhaltungspotenzial aller Offiziellen.
Die Top 10:
Kim Debkowski ist die talentierteste unter den weiblichen Teilnehmern. Lediglich ihr Outfit dürfte die meisten Zuschauer irritieren. Unter der ganzen Schminke steckt sicherlich ein hübsches Mädel, das sich nicht unter einem Farbbelag verstecken muss. Ihre Stimme ist ordentlich, allerdings hatte sie sich bei der Titelauswahl ein wenig vergriffen. Ich sehe sie eher in der Kylie Minogue Ecke, wo sie mehr mit Aussehen als mit Stimme Aufmerksamkeit erregen kann.
Steffi Landerer soll wohl die Nachfolge von Annemarie Eilfeld antreten, was ihr glücklicherweise überhaupt nicht gelingt. War Eilfeld ein von den Eltern auf Karriere gesteuertes Dummchen, ist Steffi Landerer zwar mit einer großen Oberweite, aber auch mit einem großen Oberstübchen ausgestattet. Ich glaube nicht, dass sie sich das Vamp Image anhängen lässt, sondern eher einen Mittelweg zwischen Aussehen und Gesang sucht.
Ihr Auftritt gehörte leider nicht zu den musikalischen Highlights des Abends, was aber ausschließlich an dem Joan Jett Lied lag, welches überhaupt nicht zu ihr passte und eine viel kraftvollere Stimme voraussetzt. Trotzdem wird sie sicherlich noch 2-3 Show überleben, dafür sorgt schon alleine ihr Ausschnitt.
Ines Redjeb ist für mich die ungewöhnlichste Teilnehmerin. Ich möchte ihr ständig die Frage "Mädel was machst Du da eigentlich?" stellen. Sie ist intelligent, studiert und kümmert sich um ihre kleine Tochter. Sie hat diesen Exhibitionismus überhaupt nicht nötig und kann dabei nur verlieren. Ihre Stimme haut mich nicht vom Hocker und hinterläßt kaum bleibende Wirkung. Ein schneller Rauswurf wäre für sie eine Erlösung.
Helmut Orosz war für mich die negative Überraschung des Abends. Sein Auftritt war an Langeweile nicht mehr zu überbieten. Irgendwie erzeugt er mehr Wirkung, wenn er sich hinter seiner Gitarre verstecken kann. Er ist der 2. Tobias Regner und stimmlich auf das Rock-Genre beschränkt - wohin das führt haben wir 2008 gesehen. Für die Bühne bei der Neueröffnung eines Supermarkts wird es reichen, mehr dürfte nicht drin sein.
Marcel Pluschke ist der 2. Langweiler in der Show. Selbst der Bulle, auf dem er geritten ist, war spannender. Seine Stimme ist sauber, aber auch komplett farblos. Er hätte auch das Telefonbuch von Sperkenbrück vorsingen können, es hatte niemanden gestört, aber sicherlich auch niemanden begeistert. Nächste Woche wird für ihn die erste (wahrscheinlich auch die letzte) Wackelshow sein.
Nelson Sangaré ist die männliche Ausgabe von Ines Redjab. Für den Sieg wird es nicht reichen und sein Studium wird sich mit DSDS auch nicht vereinbaren lassen. Glaubt man den Vorberichten, dann ist er schon gelegentlich als Model unterwegs und dort ist er auch viel besser aufgehoben. Er singt gut, aber nicht außergewöhnlich. Auch für ihn wäre ein baldiger Abgang von Vorteil.
Manuel Hoffmann mußte ich tatsächlich bei RTL nachschlagen. Er hat auch bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ich konnte mir nicht einmal seinen Namen merken. Er hat gut gesungen, aber er will nicht so recht in meinem Kopf haften bleiben. Wenn diverse pupertierende Prepaid-Handy Mädels erst einmal ihr Guthaben abtelefoniert haben, dann wird für ihn nicht mehr viel übrig bleiben.
Thomas Karaoglan war für mich die positive Überraschung des Abends. Seine Imageberater haben ihm wohl den Tipp gegeben etwas ruhiger zu werden. Der Kleine ist eine Rampensau und für die Bühne gemacht. Er steht sich durch sein extrovertiertes Verhalten selbst im Weg. Nicht bei jedem Zuschauer kommt das Checker-Gehabe gut an und es lenkt zu stark von seinem Talent ab. Der gute Thomas kann nämlich wirklich singen und performen.
Menowin Fröhlich ist für mich das Hassobjekt der aktuellen Staffel. An ihm kotzt mich eigentlich alles an. Sein Outfit, sein Verhalten und vor allem sein ständiges Gequatsche von der "2. Chance". Hatte er im Knast keinen Fernseher? Wie war doch gleich noch mal der Name des Gewinners von 2009?
Hinter seiner schleimigen Fassade steckt aber ein riesen Talent. Trotz diverser Hüftrollen kann sich Menowin bewegen und seine Stimme ist absolute Oberliga. Ich sehe ihn definitiv im Finale neben...
Mehrzad Marashi hat das Haus gerockt. Zum ersten mal musste ich bei einem Titel von Xavier Naidoo nicht abschalten, im Gegenteil ich habe ihn sogar genossen. Mehrzad vereint Gesangstalent mit symphatischen Auftreten und das sollte einen Superstar auch ausmachen. Nach der ersten Show spielt er für mich in einer eigenen Liga und hat nur in Menowin einen ernstzunehmenden Konkurrenten.
Der Moderator:
Marco Schreyl ist sicherlich ein netter Typ, der auch recht gut moderieren kann, aber was er bei DSDS zeigen muss ist einfach nur nervig. Seine ständigen Aufzählungen mit der Betonung auf dem ersten Wort im Satz kosten mich die letzten Nerven. Sein endloses Geleier in der Entscheidungsshow baut keine Spannung sondern Aggressionen in mir auf. Sobald er auf der Bildfäche erscheint drückt mein Zeigefinger zwangsgesteuert auf die "Mute"-Taste meiner Fernbedienung.
Anmerkung:
DSDS 2010 bietet mit weitem Abstand die farblosesten Kandidaten der letzten Jahre. Dieses harmoniesüchtige rumgeknuddel nervt mich tierisch an und verleiht dem Ganzen noch mehr Big-Brother Flair als in den letzten Staffeln. Ich werde sicherlich keine Mottoshow verpassen, aber die Spannung der letzten Jahre wird bei mir ganz bestimmt nicht aufkommen.






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