...ist die letzte Folge einer großartigen Serie. Nach sechs Jahre endete nun eine der fesselnsten Geschichten, die jemals im TV ausgestrahlt wurden. Für mich war es ein befriedigendes Finale, eine gute Serie sollte mit einer guten Auflösung enden und genau diese Vorgabe hat "The End" erfüllt. Konsequent wurde die Mythologie, die sich wie ein roter Faden durch die Serie zog, zu einem logischen Ende gebracht, so dass nur noch ein paar (völlig unwichtige) Fragen unbeantwortet blieben. Ich will die Folge gar nicht zusammenfassen, das wäre auch zu viel des Guten, eine Zusammenfassung würde Seiten füllen. Über die kompletten 120 Minuten wurde immer wieder auf Ereignisse und Episodennamen aus den vergangenen sechs Staffeln referenziert, als Beispiel möchte ich nur "Live together, die alone" nennen, weil diese Folge wohl den stärksten Einfluss auf das Ende genommen hat. Bereits in der Folge "Across the sea" wurden sehr viele Grundsteine für das Finale gelegt, ohne die ein zufriedenstellendes Ende überhaupt nicht möglich gewesen wäre. Das Licht wurde erklärt, die Rolle des Beschützers wurde erläutert und die Entstehung von Smokey und der daraus resultierende Konflikt wurden gezeigt. Gerade die letzten 5 Folgen zeigten, dass viele Mysterien aus den letzten 6 Staffeln nur dazu dienten die Story voran zu treiben, der Zuschauer sah Züge von einem Spiel, dass er bis zum Ende überhaupt nicht kannte. Über 6 Staffeln haben wir uns gefragt was die Insel eigentlich ist und in den letzten Folgen wurde klar, dass eine Antwort darauf völlig bedeutungslos wäre. Die Insel ist nur ein Ort, an dem sich der Ursprung von Gut und Böse befindet. Sie ist der Deckel (Korken), der das Übel vom Rest der Welt fern hält. Die Insel ist die Nahrung fast aller Religionen. Religion spielte in "Lost" eine große Rolle, über 120 Folgen wurden immer wieder Leitsätze aus verschiedenen Weltreligionen ins Spiel gebracht, Symbole und Moralvorstellungen spielten eine große Rolle. Kaum eine Handlung war eindeutig als gut oder schlecht einzuordnen, alles passierte zu einem bestimmten Zweck. Der Konflikt zwischen Gut und Böse, Schwarz und Weiß, Ordnung und Chaos sollte beendet werden - es kann nur eine Seite gewinnen. Gewonnen hat das Gute, auch wenn es bei vielen Zuschauern einen fahlen Geschmack hinterlässt. Jacob hat seinen Nachfolger gefunden und dieser hat auch gleich seine wichtigste Aufgabe erfüllt, er hat das Licht beschützt und die Welt vor dem Bösen bewahrt. Diese Aktion hat er mit dem Leben bezahlt, damit aber auch gleichzeitig seinen Seelenfrieden gefunden. Die Produzenten haben alles richtig gemacht, sie haben die Reaktionen der Zuschauer analysiert und in der Story verarbeitet. Die Rolle des "Benjamin Linus" zeigt ganz klar die Dynamik, mit der sich die Geschichte entwickelte. Keiner war undurchsichtiger und keiner hat mehr Prügel eingesteckt als der gute Ben. Letztendlich hat es sich für ihn gelohnt, er ist der wahre Gewinner der ganzen Geschichte und steht am Ende als strahlender Sieger da.
Was ist denn nun eigentlich das Ende? Schwer zu sagen, ich habe es so verstanden.
Desmond war der Schlüssel zu allem, er war in der Lage starken Magnetismus zu widerstehen und er war auch die Person, die beide Zeitlinien zusammenführen konnte. Durch seine Imunität konnte er den Korken aus der Flasche ziehen, dadurch wurde der Inselbann von Locke, der Manifestation des Bösen, genommen, so dass dieser in der Lage gewesen wäre die Insel zu verlassen. Dadurch hat er seine Unverletzbarkeit/Unsterblichkeit verloren und konnte von Jack, dem Beschützer des Lichts, getötet werden. Jack opfert sich selbst, indem er den Korken zurück in das Loch steckt und verbannt damit das Böse wieder in sein Exil. Er wußte, dass er dies nicht überleben würde und übergab vorher noch seine Aufgabe an Hurley, dem einzigen Menschen, der sich über alle Staffeln durch seine Rechtschaffenheit auszeichnete. Hurley ernennt Ben, der immer nur die Insel beschützen wollte, zu seinem Berater. So hat Benjamin Linus doch noch sein Anerkennung, die er über viele Jahre vermisst hat, bekommen. Kate, Sawyer, Miles, Lapidus und Claire können die Insel mit dem Flugzeug verlassen, während Desmond, der von Hurley und Ben gerettet wird, vorerst auf der Insel bleiben muss. Jack erwacht außerhalb der Lichthöhle und schleppt sich an den Platz, an dem er in der ersten Folge, nach dem Absturz erwachte, um dort. im Beisein von Vinzent (Referenz zu "Live together, die alone") zu sterben. Desmond wird von Hurley, der nun Jacobs Fähigkeiten besitzt zurück zu seiner Frau und seinem Kind geschickt.
In der ALT bringt Desmond alle Losties dazu sich an die Insel zu erinnern, dies erreicht er, indem er sie in Sitationen bringt, die sie auf der Insel schon einmal erlebt haben. Die Erinnerung ermöglicht es ihnen sich an einem Ort zu versammeln, an dem sie Erkennen, dass sie tot sind. Durch den Absturz und die Erlebnisse auf der Insel wurde dieser Ort von ihnen geschaffen und kann nur verlassen werden, wenn alle Beteiligten vollständig vertreten sind. Erst dann können sie "loslassen" und das Jenseits betreten. Man beachte das Fenster in dem Raum, das Symbole aus allen weltlichen Religionen zeigt, die von einem Licht überstrahlt werden. Der Raum befindet sich losgelöst von Raum und Zeit, so dass völlig offen bleibt wer wie lange noch gelebt hat. Sogar Hurley ist anwesend, woraus sich schließen läßt, dass er seine Beschützerrolle irgendwann an Ben übergeben hat. Dieser hat den Raum nicht betreten, sondern blieb vor der Tür sitzen, um noch einiges zu verarbeiten.
Fazit:
Lost hat mich über sechs Jahre ausgezeichnet unterhalten. Die Serie hat mich gefordert, jede Folge animierte zum nachdenken und zum spekulieren. Das sind genau die Ansprüche, die ich an eine TV-Serie stelle und ich glaube nicht, dass es in den nächsten Jahren irgend einen würdigen Nachfolger geben wird.
In naher Zukunft wird die Super-Blue-Ray Sammelbox erscheinen und ich werde mit alle Folgen erneut anschauen und werde dabei sicherlich wieder bestens unterhalten werden.






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